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Sommerurlaub – oder, wann hast Du Dich das letzte Mal getraut….

Sommerurlaub. Wir starten mit dem riesigen Wohnmobil Richtung Süden, ein schöner großer Stausee in den Alpen. Das Wetter ist absolut traumhaft, Sonne, Sonne und blauer Himmel. Die Fahrt lief gut, normaler Verkehr auf der Autobahn Richtung Salzburg, es war brütend heiß und uns lief der Schweiß runter. Aber hej, Urlaub! Alles chic. Darf ruhig heiß sein.

Wir halten an einem Parkplatz in der Nähe des Stausees und parken das große Teil irgendwo am Rand, Schatten war keiner in Sicht. Vor uns stand ein VW-Bus den meine Liebste eigentlich erkennen sollte. Er gehört ihr und ihren Nochehemann. Nach einer Weile merkt sie es, „der wird doch jetzt nicht hier sein, och nee, vielleicht ist seine neue Partnerin auch noch dabei, ausgerechnet hier am ersten Urlaubstag. Das fängt ja gut an. Laß uns weiter fahren.“

Wir laufen den steilen Kiesweg hinunter zum See, sie hadert immer noch, sollen wir umkehren und woanders hinfahren? Ich beruhige sie, dann ist es eben so, was solls, wir können uns da unten ja aus dem Weg gehen, Platz genug wird‘s wohl geben. Dann beiben wir eben nicht so lange und fahren früher weiter als gedacht. Irgendwas stimmt aber nicht, irgendwas ist komisch.

Überraschung! Als wir unten am See ankommen, entdeckt sie ihre Kids, die als Geburtstagsüberraschung auf sie warten. Sonst war natürlich niemand da. Sie ist total aus dem Häuschen und ein wenig „sauer“, hahaha. DIE Überraschung ist gelungen. Stimmt, die Tochter hatte ja seit ein paar Wochen den Führerschein und ist gleich diese Strecke mit dem Bus gefahren, wow.

Wir packen unsere Sachen aus und suchen für uns Vier ein schönes Plätzchen, Picknick war ja schon vorbereitet, so können wir es uns gut gehen lassen.

Später sind wir dann ins Wasser und haben den Zulauf zum See erkundet. Dort sind solche ausgewaschene Wannen die teilweise richtig tief sind. Die Jungen springen von den umliegenden Felsen in diese „Gumpen“ und haben mächtig Spaß.

Das Sonnenlicht war so schön und wir haben auf diesen Felsen ein paar Fotos von uns gemacht.

Jetzt sitze ich da oben auf dem Felsen und schaue runter, schaue den Anderen beim Springen zu, die haben eine Fetzengaudi und ich hocke hier oben in zwei Meter Höhe und traue mich nicht da runter zu springen.

Wow, dieses klare Wasser ist traumhaft und tief genug ist es ja, das kann ich gut erkennen. Aber ich erkenne die Wasseroberfläche kaum.

Ohja, da werden Erinnerungen wach. 1984, Grundausbildung bei der Bundeswehr. Als angehender Fallschirmjäger gehörte der Sprung vom 5-Meter-Turm und anschließend noch zwei Bahnen Schwimmen zur Bewährung. Waaas, ich, als Nahezu-Nichtschwimmer soll da jetzt runterspringen. Laut Musterung darf ich gar nicht Fallschirmspringen und jetzt soll ich hier runterspringen. Das habe ich noch nie gemacht. Und geschwommen bin ich bisher nie weiter als 50 Meter am Stück. Und das höchste wovon ich mal ins Wasser gesprungen bin war in meiner Kindheit ein Startblock im Freibad. Und da blieben gleich dramatische Erinnerungen hängen.

Ich bin damals gefühlt ewig da unten geblieben. Nachdem ich unbedarft da runter gesprungen war, „Ich komme nicht wieder hoch“, die Augen will ich nicht aufmachen, das brennt so sehr, atmen geht hier unten auch nicht, „scheiße ich ertrinke, wenn ich da jetzt nicht hochkomme“. Ich reiße in meiner Panik die Augen auf und sehe unter Wasser lauter Rohre am Beckenrand. Ich strample wie wild und komme irgendwie doch an die Oberfläche, und ringe nach Luft.

Wahrscheinlich war ich vielleicht drei, vier Sekunden da unten, für mich war es eine gefühlte Ewigkeit. Ich habe überlebt. Später habe ich mal nachgeschaut, da waren keine Rohre, nie gewesen. Was hatte ich da wohl gesehen???

10 Jahre später stehe ich jetzt hier oben und soll da runterspringen. Die können mich ja hier nicht verrecken lassen, ich springe jetzt. Irgendwie habe ich den Sprung und wenigstens eine Bahn Schwimmen auch geschafft. Das war für mich schlimmer als später aus dem Flugzeug zu springen.

Mit diesen Erinnerungen im „Rucksack“ saß ich da oben auf zwei Metern und alle wußten, daß ich da nicht runter springen werde. Was mich auch immer jetzt geritten hatte, mich packte der Rappel und ich stand auf, holte tief Luft, hielt mir die Nase zu und „stürzte“ mich in die Tiefe. So spontan, daß das fast niemand mit bekommen hatte.

Diese Überraschung war auch gelungen. Und es war sooo geil. Ich bin dann gleich noch ein paar Mal gesprungen. Es hat so gut getan, ich hatte dieses Trauma irgendwie überwunden und bin gleich gewachsen. Wow, soooo geil, das macht riesen Spaß. Ich klettere noch einen Absatz weiter rauf und sprang immer wieder. Es war soo herrlich. Und weil das ja noch nicht gereicht hat, hab ich noch einen draufgesetzt:

Wir gingen ein ordentliches Stück Fluß aufwärts und waren eine gute Stunde unterwegs. Unterwegs kamen wir an tiefen Klüften, voll mit Wasser, teilweise langen ruhigeren, aber tieferen Strecken, vorbei. Ein richtig wilder Gebirgsfluß, traumhaft schön. Auf dem Rückweg wollte ich dann ein Stück zurückschwimmen. Langsam ging ich ins Wasser, Schh§$%& war das Wasser kalt, das hatte ich mir jetzt aber auch noch vorgenommen. Brrrrrr! Unterwegs gab es kaum Gelegenheit aus dem Wasser zu steigen, nur senkrechte Felsen, uups. Also mußte ich weiter schwimmen. Gut, mit der leichten Strömung war es nicht so anstrengend, aber manchmal dachte ich mir, wie tief das Wasser wohl sein würde.

Vielleicht wußte ichs damals besser nicht? Bis dahin hätte ich DAS bei dieser Wassertemperatur nie im Leben gemacht. An diesem Tag hab ich es aber getan. Beides hat mich riesige Überwindung gekostet, aber es hat sich gelohnt. Ich habe zwei meiner ältesten Hindernisse überwunden.

Ich bin ja schon oft genug mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug gesprungen. Aber aus zwei Meter Höhe ins Wasser springen? Zweihundert Meter in eiskaltem Wasser schwimmen? Niemals! Never ever!

An diesem Tag schon, ich hatte mich getraut, diese Hürden zu überwinden. Vielleicht klingt das für Dich fast schon lächerlich, aus zwei Metern Höhe ins Wasser zu springen, 200 Meter schwimmen. Für mich war das aber eine riesige Überwindung und es hat gut getan, geile Erfahrung. Ich war aus meiner Komfortzone rausgesprungen und rausgeschwommen.

Und der Sommer hatte es noch in sich, in den nächsten Wochen steigerte ich mich bis auf etwa 500 Meter Schwimmen am Stück. Das ist das Zehnfache meiner alten Bestmarke. Für manche Menschen mag das immer noch bescheiden klingen, ist mir aber Banana. Das geht mir aber sowas von vorbei.

Komme aus Deiner Komfortzone. Dort beginnen die Chancen und der echte Erfolg.

Wenn Du DAS schaffst, dann kannst Du noch ganz andere Dinge schaffen.

Welches ist Deine Hürde?

Und scheiß drauf, was andere darüber denken?

Wann greiftst Du diese Grenze an?

Schreib es gerne in die Kommentare und wie es Dir danach gegangen ist.

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Herzliche Männergrüße

Dirk

P.S.: Hol Dir DEIN LEBEN wieder zurück!

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